Herbstumfrage des Bundesverbandes Deutscher Inkasso-Unternehmen e.V. |
| Die Zahlungsmoral deutscher Unternehmen hat sich abermals verschlechtert. Der Grund dafür: Der diesjährige
Konjunktureinbruch wirkt sich verstärkt auf die Liquidität der Unternehmen aus. |
Liquiditätskrise bei Unternehmen |
| Dies ergibt die aktuelle Herbstumfrage unter den 540 Mitgliedern des Bundesverbandes Deutscher Inkasso-Unternehmen
e.V. (BDIU). 96% der an der Studie teilnehmenden Inkassounternehmen berichten, dass das Zahlungsverhalten momentan
genauso schlecht oder noch schlechter als im Frühjahr ist. Nur eine Minderheit der Teilnehmer berichten über eine
Verbesserung des Zahlungsverhaltens deutscher Firmen. "Der historisch beispiellose Rückgang der Wirtschaftsleistung
hat die Liquidität von Unternehmen und Verbrauchern deutlich geschmälert", so BDIU-Präsident Wolfgang Spitz.
"Die Folgen bekommen die Gläubiger erst jetzt massiv zu spüren, und das Schlimmste steht eher noch bevor.
Unsere Mitgliedsunternehmen spüren diese Entwicklung unmittelbar – wie ein Seismograf." |
Neues Rekordhoch der Unternehmensinsolvenzen befürchtet |
| Zwar verspüre man in Deutschland jetzt die ersten Anzeichen einer wirtschaftlichen Erholung, dennoch gefährden die
Auswirkungen dieses Jahres die Unternehmen in Form von Firmenzusammenbrüchen und Zahlungsausfällen. Der Bundesverband
Deutscher Inkasso-Unternehmen e.V. (BDIU) rechnet demnach mit rund 35.000 Unternehmensinsolvenzen für das Gesamtjahr
2009, was ein neues Rekordhoch bedeuten würde. Auch die Verschuldung privater Verbraucher steigt wieder an. Hierfür
sind vor allem die weiter ansteigende Arbeitslosigkeit und die Wirtschaftskrise im Allgemeinen ausschlaggebend. |
Dominoeffekt durch Zahlungsverhalten der Kunden |
| Gewerbliche Schuldner kommen immer mehr in Zahlungsnöte, die durch verspätete und ausbleibende Zahlungen ihrer
eigenen Kunden entsteht. Laut 77% der Inkassounternehmen sind die hohen Zahlungsausfälle der eigenen Kunden der
Grund, warum gewerbliche Schuldner Rechnungen aktuell nicht bezahlen können. 61% geben momentane Liquiditätsengpässe
an, verursacht durch die Wirtschaftskrise. |
Aktueller Hoffnungsschimmer |
| Laut BDIU-Präsident Wolfgang Spitz ist der Konjunktureinbruch im Zusammenhang mit der Wirtschaftskrise nicht so
schlimm ausgefallen wie anfangs befürchtet. Der momentan leichte Aufschwung hat bereits früher als erwartet eingesetzt
und der Mittelstand, insbesondere das Handwerk, zeigt sich als robuster Motor unserer Volkswirtschaft. Dennoch
sieht er keinen Anlass zur Entwarnung: "Die Liquidität der Unternehmen ist stark ausgetrocknet, viele Gläubiger
müssen inzwischen immer länger auf das ihnen zustehende Geld warten. Besonders besorgt uns, dass sich die
Insolvenzen nun nicht mehr nur auf bestimmte Branchen oder Unternehmensgrößen konzentrieren." |
| |